Digitalkamera

Digitalkamera – von vier hin zu zwei Klassen

Wer kennt sie nicht, wer besitzt sie nicht – eine Digitalkamera. Sie steckt fast überall – im Handy genauso wie in der Videokamera, im Notebook genauso wie im Fernglas, in der Armbanduhr genauso wie in der Spielkonsole. Einige Kameras sind mittlerweile so klein wie jene früherer Geheimagenten, andere wiederum erinnern eher an die großen alten Analog-Kameras. Wie auch immer – wer heute Aufnahmen mit dieser filmlosen Kamera macht, staunt nicht schlecht, wir rasant sich Technik, Größe und auch Preis in den letzten Jahren verändert haben: Fotografieren in einer Qualität, die früher nur Profis vorbehalten war, ist heute für jeden problemlos möglich. Der Digitalkamera sei Dank.
Im Gegensatz zur Analogkamera fungieren bei dieser, auf der Videotechnik basierenden Kameravariante ein elektronischer Bildsensor sowie ein digitales Speichermedium – und nicht ein Film – als Aufnahmemedium. Tausende Bilder am Stück – digital – alles kein Problem. Jedes Jahr kommen Hunderte neuer Modelle auf den Markt. Während die billigsten Digitalkameras bereits für unter 30 Euro zu haben sind, bewegen sich die teuersten in Richtung 10.000 Euro und mehr.

Vier Klassen digitaler Kameras plus Zubehör
Keine Frage: Wer auf der Suche nach einer passenden Digitalkamera ist, sieht sich einem großen Angebot entsprechender Fotoapparate mit jeweils spezifischen Eigenschaften und Einsatzzwecken gegenüber. Es handelt sich im Prinzip um vier Klassen digitaler Kameras: Kompakt- und Bridgekameras einerseits sowie Spiegelreflex- und Systemkameras andererseits.
Natürlich funktioniert die beste Digitalkamera nicht ohne entsprechend gutes Zubehör. Dazu gehören neben Objektiven vor allem leistungsfähige Akkus, Speicherkarten, Stative, aber auch Kamerataschen & Co. Gerade im Urlaub ist auf ausreichend Speicherkarten und mindestens einen geladenen Ersatzakku zu achten – dies umso mehr, als beides im Ausland nicht immer leicht zu beschaffen ist.

Kompaktkameras – alltagstauglich und leicht
Die eher für Schnappschüsse konzipierten Kompaktkameras bilden die größte Gruppe. Sie gelten zweifellos als die kleinsten Digitalkameras. Charakteristisch sind das fest verbaute Zoomobjektiv sowie der rückseitige Bildschirm. Letzterer übernimmt neben der Funktion des Suchers und der Bildkontrolle auch jene der Menüanzeige. Vor allem das vollautomatische Aufnahmeprogramm der Kompaktkameras ermöglicht auch Einsteigern, qualitativ hochwertige Aufnahmen zu generieren. Darüber hinaus sorgen verschiedene Szeneprogramme für optimale technische Bedingungen in bestimmten Aufnahmesituationen. Die Ausstattung kann sich also durchaus sehen lassen. Der große Vorteil dieser kompakten Kameramodelle liegt zweifellos in der Größe – passen sie doch in der Regel bequem in eine Jacken- oder Handtasche, mitunter sogar in die Hosentasche. Damit erweisen sich Kompaktkameras als vortrefflicher Begleiter in nahezu allen Lebenssituationen.

Bridgekameras – halbprofessionell und schwer
Im Vergleich zu Kompaktkameras verfügen sogenannte Bridgekameras über ein größeres Gehäuse. Dieser, auf einer Brückentechnologie basierende Kameratyp – auch Prosumerkamera genannt – integriert Elemente von Kompakt- und Spiegelreflexkamera. Das fest eingebaute Objektiv, welches sich nicht einfahren lässt, ist das optisch größte Unterscheidungsmerkmal der Bridgekamera im Vergleich zur Kompaktkamera. Hinzu kommt der größere Brennweitenbereich der Bridgekamera. Dafür sind Objektive, die einen Zoomfaktor von bis zu 50 x aufweisen, verantwortlich. Letztere ermöglichen qualitativ hochwertige Aufnahmen – Aufnahmen, die mit einer Kompaktkamera so nicht realisierbar sind.

Spiegelreflexkameras – professionell und schwer
Wer professionell fotografieren möchte, der greift zu einer Spiegelreflexkamera unter Nutzung der Vorzüge zahlreicher Objektive. Letzteres ist bei einer Bridgekamera nicht möglich. Spiegelreflexkameras gelten als die Premiumklasse unter den Digitalkameras und sind noch größer als Bridgekameras. Die DSLR-Kameras – abgeleitet von engl. digital single-lens reflex – verfügen über einen Spiegel, der maßgeblich zur Erhöhung der Bildqualität beiträgt: Das Licht landet bei diesen Kameramodellen nicht auf dem Sucher, sondern auf dem Bildsensor. Im Vergleich zu Kompakt- und Bridgekameras sind die Fotochips der Spiegelreflexkameras relativ groß, was sich natürlich auch auf die Bildqualität auswirkt. Egal ob extremer Weitwinkel mit Rundumblick oder 600-Millimeter-Teleobjektiv – die Wechselobjektive erlauben ein Maximum an Blickwinkeln auf ein bestimmtes Motiv. Egal ob manuelle Aufnahmeeinstellungen, Objektiv, Blitzlicht oder Mikrofon für Filmaufnahmen – mit einer Spiegelreflexkamera ist so ziemlich alles möglich. Ohne Frage: Eine Spiegelreflexkamera mit entsprechenden Objektiven eröffnet spezielle und professionelle Möglichkeiten in Sachen Fotografie. Gestochen scharfe Bilder sind in der Regel das Ergebnis – die hohe Auflösung macht’s möglich. Damit steigen auch die Einsatzmöglichkeiten derartiger Aufnahmen, z. B. als Poster oder Fototapete. Als nachteilig erweisen sich allerdings Größe und Gewicht der Spiegelreflexkamera nebst Zubehör – und letztlich auch der vergleichsweise hohe Preis.

Systemkameras – professionell und leicht
In den letzten Jahren erfreuen sich sogenannte Systemkameras immer größerer Beliebtheit – auch sie eignen sich für Profis in Sachen Fotografie. Eine spiegellose Systemkamera (DSLM) kann mit einer Spiegelreflexkamera (DSLR) absolut konkurrieren. Tatsächlich scheinen die seit 2008 am Markt befindlichen spiegellosen Systemkameras an den Spiegelreflexkameras bald vorbeizuziehen. Eine DSLM besitzt keinen Spiegel, damit auch keinen Spiegelkasten und oftmals auch keinen elektronischen Sucher. Diese Einsparung platzraubender Bauteile macht die DSLM nicht nur kompakter, sondern auch leichter.
Der große Vorteil dieser Kameraart beruht auf der Möglichkeit, Wechselobjektive an ihr kompaktes Gehäuse zu stecken. Vergleichsweise große Bildsensoren führen zu einer erhöhten Bildqualität – höher als bei Kompakt- und Bridgekameras. Mit ihren auswechselbaren Objektiven weisen die Systemkameras ähnliche Vorzüge wie Spiegelreflexkameras auf. In puncto Gewicht und Größe übertreffen sie diese sogar – sind sie nicht nur kleiner, sondern auch leichter. Damit sind die DSLMs wesentlich unkomplizierter und praktischer in der Handhabung als die DSLRs: Sie erweisen sich als platzsparend und belasten die Schulter beim Tragen weniger. Fotografen, die eine bessere Bildqualität wünschen und bereit sind, Wechselobjektive einzusetzen, eine Spiegelreflexkamera aber vor allem wegen ihrer Größe ablehnen, bietet die Systemkamera eine interessante Alternative.
Bei allem Licht, das auf die DSLMs fällt, legt sich auch ein wenig Schatten: Dieser bezieht sich auf das Angebot an Objektiven. Die Auswahl ist noch nicht so reichhaltig wie bei den DSLRs – es fehlen insbesondere Exoten wie z. B. Spezialobjektive in Sachen Nahfotografie. Ungeachtet dessen: Die Zukunft gehört den spiegellosen Systemkameras – darin sind sich die Experten einig. In nicht allzu langer Zeit dürften die spiegellosen Systemkameras sowohl Bridge- als auch Spiegelreflexkameras ersetzen. Damit würden bald nur noch zwei Kameraklassen existieren: eben Systemkameras und Kompaktkameras.

Digitalkamera – die richtige Wahl
Kompaktkamera, Bridgekamera, Spiegelreflexkamera oder doch Systemkamera – welche Digitalkamera ist denn nun die richtige? Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten – zu unterschiedlich sind die individuellen Voraussetzungen und Vorlieben. In puncto hohe Auflösung & Co. schlägt die Spiegelreflexkamera sicherlich alle anderen Varianten – insbesondere die Kompaktkamera. Doch auch eine Spiegelreflexkamera erscheint nicht uneingeschränkt empfehlenswert: Wer nämlich nicht bereit ist, je nach anvisiertem Motiv auch das entsprechende Objektiv zu verwenden, der wird mit seiner Spiegelreflexkamera nicht wirklich exzellente Ergebnisse in Sachen digitale Fotografie erzielen. Auch das nicht unerhebliche Gewicht sowie die beachtliche Größe dürften eher gegen als für die Wahl dieser hochwertigen Kamera sprechen. Wer viel unterwegs ist und einen angenehmen Moment einfach auf die Schnelle via Digitalkamera einfangen möchte, der ist mit einer Kompaktkamera zweifellos besser bedient. Aber mangelnde Bildqualität führt nicht selten zu gedämpfter Freude. An dieser Stelle kommt die spiegellose Systemkamera ins Spiel – mit ihren vergleichsweise kleinen Abmessungen, ihrem geringen Gewicht, aber mit ihrer großen Leistungsfähigkeit. Eine klasse Alternative!